Berliner Entwicklungsgebiete

02.12.2010

Berliner Entwicklungsgebiete

Neue Studie zeigt, wo Arbeitslosigkeit und Kinderarmut besonders groß sind. Senat will mit mehr Geld Wende zum Besseren einleiten


Berlin - Arm und Reich driften in Berlin weiter auseinander. Zwar hat sich die Arbeitslosigkeit in der Stadt weiter verringert, in den Gebieten mit besonders großen sozialen Problemen hat diese Entwicklung aber deutlich langsamer stattgefunden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Stadtsoziologen Hartmut Häußermann über die sozialen Probleme in Berlin, die am Mittwoch vorgestellt wurde.


Bei der Untersuchung mit dem Titel „Monitoring soziale Stadtentwicklung 2009“ wurden mehr als 400 Planungsräume in Berlin nach Kriterien wie Arbeitslosigkeit und Kinderarmut untersucht. Seit dem Jahr 2007 wird die Studie einmal jährlich erstellt. Nach der gestern vorgestellten Untersuchung (Stand: 31. Dezember 2008) zeigt sich, dass sich die Probleme in fünf großen Gebieten ballen: im Nordosten Kreuzbergs, im Norden Neuköllns, in Wedding/Moabit, in Nord-Marzahn/Nord-Hellersdorf und in der Mitte von Spandau. Wenn nichts gegen die Entwicklung in den Gebieten unternommen werde, würden dort die „Verlierer von morgen“ produziert, warnte Häußermann.

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) will dies verhindern, indem sie die fünf Gebiete finanziell besonders fördert...

 

An der Spitze der Rangliste steht das Gebiet Eldenaer Straße in Prenzlauer Berg, in dem auf dem Areal des alten Schlachthofs viele neue Wohnungen entstanden sind. Durch den Zuzug von Familien mit höherem Einkommen hat sich die Kinderarmut dort verringert. Auf Rang zwei folgt das Gebiet Kladower Damm in Spandau. Das noble Dahlem steht nur auf Platz sechs.



Die 10 Besten


Die geringsten sozialen Probleme gibt es laut Studie im Gebiet an der Eldenaer Straße, das zum Großbezirk Pankow gehört. In die Neubauten auf dem alten Schlachthof zogen viele Familien mit höheren Einkommen. Dadurch verringerte sich in dem Gebiet statistisch gesehen die Kinderarmut.

 

Auf den übrigen Plätzen folgen: 2 - Kladower Damm, 3 - Dorf Wartenberg, 4 - Biesdorf-Süd, 5 - Müggelheim, 6 - Dahlem, 7 - Alt-Gatow, 8 - Rahnsdorf, 9 - Isenburger Weg (Spandau), 10 - Jägerallee.

 

Im Jahr 2008 waren die zehn Besten: 1 - Alt-Biesdorf, 2 - Alt-Mahlsdorf, 3 - Eldenaer Straße, 4 -Werkstraße, 5 - Dorf Falkenberg, 6 - Biesdorf-Süd, 7 - Karolinenhof, 8 - Hüttenweg, 9 - Dorf Malchow, 10 - Kafkastraße.

 

Berliner Zeitung, 21.01.2010

www.berlinonline.de

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